Mittwoch, 7. Januar 2009

Angst und Hoffnung - wie schön wäre das Leben ohne sie

Diesen Beitrag fand ich heute bei Gunther Dueck - wie treffend und klar beschreibt er hier das, was unserer Gesellschaft vielleicht am nötigsten fehlt: Das rechte Maß.

Im Wahnsinn würde alles enden, wenn wir nicht so wahnsinnig hofften (Daily Dueck 81, Januar 2009)

Was bringt das neue Jahr 2009? Eine Rezession, neue Finanzskandale. Aber wir sind vergleichsweise heiteren oder mindestens gelassenen Mutes. Es gibt noch genug Hoffnung.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man. Noch im wirklichen Tode tröstet sie uns. Sie sitzt an unserem Sterbebett und streicht uns das Haar, während der hagere Zwillingsbruder, die Angst, stumm an den Nägeln kaut.
Die Angst und die Hoffnung sind immer bei uns. Die Angst will uns hemmen, weil alles nichts helfen wird. Die Hoffnung hält uns zuversichtlich und gibt uns Energie, die uns die Angst wiederum wegfressen will. Die Hoffnung erwärmt, die Angst lässt uns kalt erstarren. Die Hoffnung schöpft frische Luft, die Angst schnürt den Hals ab.

Ohne Hoffnung ist wie der Tod. Ohne Angst droht dem Übermütigen höchste Gefahr. Wir brauchen sie beide! Aber unser Herz ist einmal voll von Hoffnung und ein andermal zerfleischt von der Angst. Im Übermut setzt es das Leben aufs Spiel oder alles Materielle aufs Börsenroulette. Dann kommt die Angst wieder, die dunkle, und zieht uns auf den Teppich und anschließend, weil der Schwung nach unten noch lange reicht, weit und weiter hinunter, Herz und Vermögen rauschen in den Keller. Dort wartet der Wahnsinn, aber genau dort keimt der Samen der neuen Hoffnung!

Oben rettet uns die Angst in der Höhenluft, aber sie wirft uns zu tief ins Verderben. Unten rettet uns die Hoffnung aus dem schmutzigen Eis, aber sie schwingt uns zu hoch empor.

Es ist eine große Kunst, um die Mitte zu wissen – immer die Höhe des Teppichs zu kennen, immer im Guten und im Schlechten die Erinnerung zu behalten, wo alles wahrhaft hingehört.
Diese Kunst oder Tugend ist eine von Platons Kardinaltugenden: Sophrosyne, die Tugend der klugen Überlegung und Mäßigung.

Der Mensch soll nicht hungern und nicht fressen, nicht abstinent sein und nicht huren, nicht faul herumliegen und nicht workaholistisch hetzen, sich nicht ducken und sich nicht aufblasen. „Das ist nur schweres Gepäck auf dem Weg, so wissen die Weisen“, heißt es irgendwo sinngemäß im Tao Te King. Alle Seelenkrankheiten, die Depression, die Abhängigkeit, der Sadismus, der Narzissmus, die Hysterie und alle die anderen – sie alle sind Übertreibungen und eben nicht Sophrosyne. Das Übertriebene ist nicht der Weg, den wir gehen sollen.

Aber wir tun es. Wir sind magersüchtig oder tonnenfett, schämen uns vor Spiegeln oder stellen uns öffentlich aus, wir sind eng und geizig und verschwenden das Geld ohne Sinn. Hin und Her, auf und ab, das pralle Leben, ohne rechten Sinn, aber mit viel Freude und grässlichem Kummer. Das alles hat etwas von Wahnsinn an sich, wenn wir da nicht immer noch die Hoffnung hätten. Sie ist der gute Teil allen Wahnsinns.
Und auch ich habe meine Hoffnung. Dass alles besser wird. Dass alle Menschen so gleichmäßig sein würden wie ich selbst und Sophrosyne verehren. Aber in mir ist noch die Angst des Über-Ich, unmäßig zu werden und in mir ist die Hoffnung des Es, einmal doch alles Maß zu vergessen. Geht es denn nicht ganz ohne die Angst und ganz ohne die Hoffnung? Einfach so?

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Geschichten, die das Leben schreibt...

So beobachtet gestern beim Bäcker:

Kundin: "Ich hätte gerne einen Kaffee."

Verkäuferin: "Gern."

Kundin: "Oder haben Sie Jakobs Krönung?"

Verkäuferin: "Nein haben wir leider nicht."

Kundin: "Gut - die vertrag' ich nämlich nicht."

Verkäuferin: "Ich könnte aber mal nachsehen ob wir hinten noch welche haben."

Kundin: "Nein - ich vertrag' sie ja nicht."

Verkäuferin: "Oder ich könnte die Maschine etwas schwächer einstellen. Dann ist er nicht so stark."

Kundin (genervt): "Nein nein - ich vertrag' halt nur keine Jakobs Krönung. Das liegt an dem Röstverfahren."

Wie die Unterhaltung weiter ging kann ich leider nicht sagen, da ich mit meinen Brötchen und einem herzlichen Lacher nach hause bin. Mein Dank gilt den beiden Damen für diesen heiteren Moment. :-)

Freitag, 28. November 2008

Das will ich von Dir wissen...

Ein Text, der sehr viele meiner wichtigsten Werte beschreibt ohne sie explizit zu benennen und so der Gefahr auszusetzen falsch verstanden zu werden. Ein echtes Kleinod!

Das will ich von Dir wissen
von Oriah Mountain Dreamer, indianische Älteste

Es interessiert mich nicht, wie du dein Geld verdienst.
Ich will wissen, wonach du dich sehnst und ob du es wagst,
davon zu träumen, der Sehnsucht deines Herzens zu begegnen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.
Ich will wissen, ob du es riskierst, dich für die Liebe lächerlich zu machen,
für deine Träume, für das Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten im Quadrat zu deinem Mond stehen.
Ich will wissen, ob du den Kern deines Leidens berührt hast,
ob du durch die Enttäuschungen des Lebens geöffnet worden bist,
oder zusammengezogen und verschlossen, aus Angst vor weiterem Schmerz.
Ich will wissen, ob du im Schmerz stehen kannst,
meinem oder deinem eigenen, ohne etwas zu tun um ihn zu verstecken,
ihn zu verkleinern, oder ihn in Ordnung zu bringen.

Ich will wissen, ob du mit Freude sein kannst, meiner oder deiner eigenen,
ob du mit Wildheit tanzen und dich von Ekstase füllen lassen kannst,
bis in die Spitzen deiner Finger und Zehen,
ohne uns zu ermahnen, vorsichtig zu sein, realistisch zu sein,
oder uns an die Beschränkungen des Menschseins zu erinnern.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte, die du mir erzählst, wahr ist.
Ich will wissen, ob du einen anderen enttäuschen kannst, um dir selber treu zu bleiben;
ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst und nicht deine eigene Seele verrätst.

Ich will wissen, ob du treu sein kannst und darum vertrauenswürdig.
Ich will wissen, ob du die Schönheit sehen kannst, auch wenn es nicht jeden Tag schön ist,
ob du dein Leben aus SEINER Gegenwart entspringen lassen kannst.
Ich will wissen, ob du mit dem Versagen leben kannst, deinem und meinem,
und trotzdem am Ufer eines Sees stehen kannst, um zum silbernen Mond zu rufen: „Ja!“

Es interessiert mich nicht, wo du lebst und wieviel Geld du hast.
Ich will wissen, ob du nach der Nacht der Trauer und Verzweiflung aufstehen kannst,
müde und zerschlagen, um dich um deine Kinder zu kümmern.
Es interessiert mich nicht, wer du bist und wie es kommt, dass du hier bist.
Ich will wissen, ob du in der Mitte des Feuers mit mir stehst,
ohne zurückzuweichen.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast.
Ich will wissen, was dich von innen trägt, wenn alles andere wegfällt.
Ich will wissen, ob du alleine mit dir sein kannst und ob du deine Gesellschaft
in den leeren Momenten wirklich magst.

Donnerstag, 6. November 2008

„Papa, kann eine Bank ethisch sein?“

im folgenden Text wird in Sendung-mit-der-Maus-Manier auf sehr unterhaltsame, tiefsinnige und pointierte Weise das Dilemma ethischer Lebensweise dargestellt (gefunden hier). Es macht mich als "Ritter in schimmernder Rüstung" nachdenklich wie weit (oder eben nicht weit) man es in der heutigen Gesellschaft mit einer ethischen Grundhaltung eigentlich bringen kann. In welchen Situationen ist es vielleicht tatsächlich einmal angesagt, die "Ritterlichkeit" gezielt zu opfern, um nicht von denen verdrängt zu werden, die sich nicht um Ethik scheren?

Andererseits finde ich es dann sehr beruhigend, dass es immer wieder auch Beispiele gibt, wie man auch mit (oder trotz?) einer ethischen Grundhaltung erfolgreich sein kann (in jüngster Zeit z.B. Mohammad Yunus, Peter Spiegel oder Franz Alt, um nur einige wenige zu nennen).

„Papa, kann eine Bank ethisch sein?“ (Daily Dueck 77, Oktober 2008, Prof. Dr. Gunter Dueck)

Warum sind denn so viele Unternehmen in die Wirren verwickelt, die den Finanzmarkt erschüttern und das Jahr 2008 in die Nähe von 1929 rücken? Wir haben zuerst nur geglaubt, es seien einzelne schwarze Schafe. Dann aber gingen uns die Augen über. Hey, Leute, Sie verstehen die Mathematik von Gut und Böse nicht! Es ist gar nicht so einfach, gut zu sein. Es kann sogar umbringen.

„Eine Bank kann ethisch sein, mein Sohn. Aber sie muss das aushalten können. Stell dir vor, die Immobilienpreise steigen wie verrückt. Ein Haus, das heute 300.000 Euro kostet, wird in wenigen Jahren – so spekulieren alle – 400.000 Euro wert sein. Vor zwei Jahren war das Haus noch 200.000 Euro wert. Ein Sparer hat 50.000 Euro auf der Bank und möchte von der Bank 250.000 Euro Kredit bekommen.
Da schüttelt der Bankberater der ethischen Bank den Kopf und rechnet vor, dass ein Sechstel Eigenkapital unseriös wäre. Normal wäre ein Drittel. Außerdem seien die Hauspreise sehr hoch und könnten jetzt sogar fallen. Wenn die Bank 250.000 Euro Hypothek gäbe und der Hauspreis auf 240.000 Euro wieder zurückfalle, müssen eventuell zwangsversteigert werden. Dann hätten die Bank und der Hausbesitzer gemeinsam einen erheblichen Schaden.
Der Sparer argumentiert: Das weiß ich. Ich habe es mir ausgerechnet. Ich müsste eigentlich ein Drittel Eigenkapital haben, also 100.000 Euro. Ich muss also noch 50.000 Euro ansparen. Dazu brauche ich zwei oder drei Jahre. Dann aber kostet das Haus 400.000 Euro und ich müsste 133.000 Euro Eigenkapital haben. Verstehen Sie? Die Häuserpreise steigen schneller als ich sparen kann. Deshalb muss ich den Kredit jetzt sofort haben. Jetzt oder nie.
Der ethische Bankberater antwortet: Da alle annehmen, dass die Preise sehr schnell steigen, wollen alle jetzt sofort kaufen, weil sie sonst fürchten, nie mehr ein Haus zubekommen. Wenn aber alle jetzt sofort kaufen, steigen die Preise unseriös hoch an. Danach haben alle ein Haus gekauft und dann will keiner mehr eines. Deshalb fallen die Preise bald wieder. Ich muss Ihnen also raten, jetzt nicht zu gierig zu sein. Gier führt in den Untergang. Davor bewahre ich Sie und verweigere Ihnen den Kredit. Sparen Sie in Ruhe weiter. Sie haben in drei Jahren 100.000 Euro gespart und bekommen das Haus für 250.000 Euro. Dann ist alles gut.
Der Sparer schreit: Ich will jetzt! Das hier ist meine Hausbank und muss Kredit geben!
Der ethische Bankberater schüttelt den Kopf. Nein, ich schütze Sie vor Ihnen selbst.
Da rennt der Kunde davon und bekommt einen Kredit von einer unethischen Bank. Verstehst Du das?“

„Papa, ja, da hat der Berater recht. Aber er hat mit seiner Ethik den Kunden ja nicht gerettet, sondern nur in die Arme des Bösen getrieben. Das ist nicht gut. Das Ethische hat ja jetzt nichts genützt, oder?“ – „Nein, mein Sohn, nichts. Die ethische Bank verliert jetzt alle Kunden, die nach Krediten fragen. Die laufen ärgerlich in der Stadt herum und klagen die ethische Bank an, die nur an ihre Sicherheit denkt und damit nur an sich selbst. Sie schreien: Diese Bank ist egoistisch und geht für uns treue Stammkunden keinerlei Risiko ein, nicht das klitzekleinste! Diese Bank ist böse. Sie handelt unethisch. Wer bei ihr die Verbindung unterhält bekommt keinerlei Hilfe und niemals ein Haus. Sie horten ihr Geld, diese fetten ekligen Pfeffersäcke.“ – „Aber Papa! Da sehen sie es alle jetzt falsch herum!“ – „Ja, richtig! Und die ethische Bank verliert ihren guten Ruf und geht pleite.“
„Und die andere gehen dann an den faulen Krediten pleite, oder? Papa, das ist schrecklich, alle gehen pleite, aber die Guten sterben zuerst, dann erst die Bösen.“
„Ach, nein, Sohn, die unethischen Banken sind so viele, die muss man retten, weil sonst die Gesellschaft gefährdet ist.“
„Dann sterben nur die Guten?“ – „So ist es.“

„Papa, das kann nicht sein, oder?“ – „Schau dir doch einmal den Radsport an. Stell dir vor, da ist ein ethischer Radfahrer, der gar nicht dopt. Nicht bis an die Grenzwerte aller Substanzen – einfach gar nicht. Was passiert mit dem?“ – „Er kann nicht mithalten. Oh, das stimmt. Er ist wie eine ethische Bank, Papa. Oder?“ – „Er wird seinen Beruf aufgeben. Die anderen nehmen Substanzen bis an alle Grenzwerte. Oft auch mehr. Sie spekulieren darauf, dass das Radrennen ja nicht als Ganzes untergehen darf. Deshalb sind sie nicht so streng, wenn alle dopen.“ – „Wenn die Bösen allein übergeblieben sind, hat es ja keinen Sinn mehr, einzelne zu bestrafen, oder? Aber, Papa, das kann doch nicht sein!“

„Beim Radsport muss die Aufsicht immer stärker und stärker Dopingproben nehmen und immer genauer untersuchen. Das ist das einzige Mittel. Man muss Polizei und Kontrolle auffahren. Das haben sie bei den Banken irgendwie nicht gemacht.“ – „Warum nicht, Papa?“ – „Bei den Banken waren die Kontrollen nicht so stark, weil man ihnen Vertrauen geschenkt hat. Banken waren der Inbegriff für Vertrauen und Sicherheit. Früher war das bei Radfahrern auch so. Niemand hat je gedacht, dass Eddy Merckx gedopt wäre, oder Rudi Altig. Das war genauso unwahrscheinlich wie wenn eine Staatsbank spekuliert. Man muss jetzt die Dopingkontrollen auch bei den Banken einführen.“

„Papa? Wäre es nicht besser, alles würde wie früher, als alle noch gut waren?“ – „Ach ja, schön wäre das! Die Radfahrer gehen bis an die Grenzwerte und werden dann später Sportinvaliden. Da es alle tun, gibt es keinen Vorteil. Nur den Nachteil, dass sie krank werden. Sie müssten alle gleichzeitig aufhören.“ – „Und das tun sie nicht. Das verstehe ich. Einer macht es heimlich weiter und besiegt die anderen. Was machen wir da? Warum waren die Leute früher gut?“ – „Sie haben sich geschämt, wenn sie unethisch oder gierig waren.“ – „Heute schämt sich keiner, Papa. Was machen wir denn nun?“

„Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Alle vertrauen und haben keine Polizei. Oder alle suchen ihren Vorteil auch gegen andere und müssen dauernd kontrolliert werden. Irgendwie schwappt es hin und her. Gute Zeiten, schlechte Zeiten.“ – „Papa, wir sind jetzt selbst wieder ab sofort ethisch und zeigen allen anderen, dass wir ein Vorbild sind. Ich will ethisch sein und beim Bösen nicht mitmachen.“ – „Aber du siehst an der ethischen Bank, dass sie damit pleite geht?“ – „Sagst du mir als Vater, ich soll böse sein?“ – „Ach Kind, nicht böse, nur realistisch. Ich will doch nur dein Bestes. Die Zeiten, mein Kind, die Zeiten. Das Gute ist nur gut, wenn es in der Mehrheit ist. Und das ist es heute nicht.“ – „Wir überzeugen alle!“ – „Ach Kind, das geht nur im Kino. Dort besiegt das Gute das Bösen durch nur-gute Methoden, damit es immer rein gut bleibt. Sonst wird der Film nicht wirklich schön, nur realistisch. In Wirklichkeit muss das Gute irgendwann auch das Messer ziehen und kämpferisch und unduldsam werden.“
„Dann ist das Gute nicht mehr gut. Wie aber wird alles gut, wenn das Gute nicht mehr gut bleibt?“

„Hilfe! Ich weiß es nicht! Ich meine nur, dass das Gute einmal wirklich böse werden müsste!“

Donnerstag, 25. September 2008

Finde Deinen Pinguin!

Eine wunderschöne Geschichte von Eckart von Hirschhausen, die mich sehr inspiriert hat. Auf geht's: Findet euren Pinguin!

Mittwoch, 6. August 2008

Kinder sind VIPs, aber wie stärken wir ihre Manager?

Folgenden Text habe ich bei www.jedes-kind-ist-ein-vip.de gefunden und er stellt wie ich finde auf eine sehr schlüssige, etwas flapsige aber trotzdem anrührende Art eine Forderung nach mehr Humanität in unserer Gesellschaft, die ich von ganzem Herzen unterschreibe.


Kinder sind VIPs, aber wie stärken wir ihre Manager?

Von P. Cornelius Rinne

Als ich das erste Mal von Jedes Kind ist ein VIP! las, dachte ich, „was soll das denn jetzt?“. (Man muss wissen, dass ich die vielen "Großkopferten" die ich bisher so in meinem Leben traf, nie irgendwie besonders behandelt habe). Aber sicher, VIPs genießen oft einen Bonus, da man sich gern mit ihnen schmückt. Sich mit Kindern zu schmücken ist oft schwieriger.

Hinter VIPs stecken Manager

Hinter Prominenten stecken aber meist auch Manager, die für den Ausbau des Ruhmes sorgen. Hinter Kindern auch. Aber, wenn nun diese Manager ständig mit anderen Problemen belastet werden und sich nicht um den Ruhm ihres VIPs kümmern können? Im schlimmsten Fall - und das passiert in letzter Zeit immer häufiger -, suchen die Manager den letzten Ausweg und beenden das Leben ihres VIPs.

Zu viele Probleme „von außen“ belasten Eltern

Das ist Ihnen zu flapsig ausgedrückt? Reiner Selbstschutz. Die Problematik, die dahinter steckt, gilt es aber zu beleuchten, denn diese ist eines der gravierendsten gesellschaftlichen Probleme der industrialisierten Welt. Sie kennen das auch, ein Termin steht an, etwas muss noch schnell erledigt werden, Flexibilität ist gefordert. Was aber ist mit den uns zum Schutz Anbefohlenen? Die werden mal eben in die Ecke gestellt. Da gibt es ja viele Möglichkeiten in unserer hoch technisierten Welt. Fernsehen, Computer, Telespiel... um nur einige zu nennen.

Eine unheilvolle Spirale: gesellschaftliche Pflichten fordern Vorrang vor Kinderpflege

Erste Pflicht für mich als Puzzlestein der Gesellschaft ist es für ein reibungsloses Funktionieren der neoliberalen Wirtschaft zu sorgen. Wenn ich so nicht funktioniere, wird mein Wert in Frage gestellt und die Selbstachtung sinkt.Verunsicherte Menschen können aber immer weniger Entscheidungen treffen und sind so auch immer weniger in der Lage das zu managen, was ihnen anbefohlen wurde. Sie sind daher gedanklich ständig bei dem was sie vernachlässigen, konzentrieren sich immer weniger auf die Erfüllung der an sie gestellten gesellschaftlichen Anforderungen, müssen daher nachbessern, was wiederum Zeit kostet und sie somit noch weiter ihren Managementaufgaben entrückt. Eine unheilvolle Spirale an der, immer mehr, Menschen zerbrechen. Die letzte Konsequenz habe ich oben geschildert.

Kinder spiegeln den Zustand einer Gesellschaft – Politik geht nicht an Ursachen

Wir konnten in den letzten Wochen, gerade auch aus der Politik und von Medienvertretern, die laute, aber nicht sehr überzeugend vorgetragene, Forderung nach Hilfen für Kinder hören. Einige lobenswerte Projekte, zum Beispiel, die Kinderküchen und einige Sozialprojekte sind zu verzeichnen. Für mich gehen diese aber nicht wirklich an die Problematik und die Ursachen heran. Gewalt in der Schule, verwahrloste Kinder... — Kinder spiegeln den Zustand einer Gesellschaft, schlimmer noch, sie werden die Schemata als Erwachsene potenziert weiterführen und letztendlich wird dies zu einem Kollaps führen.

Zurück zu einem humanen Miteinander!

Für mich heißt deshalb die Forderung nicht den Druck zu erhöhen, weder auf die Kinder, noch auf die Erwachsenen, sondern zurück zu finden zu einem humanen Miteinander. Wenn Sie einen Kollegen mit Kindern haben, sollten Sie daher auch Verständnis für dessen "Nebenbelastung" entwickeln. Denken Sie immer daran, welch wichtige gesellschaftliche Aufgabe er erfüllt. Er hat die Funktion des Managers eines, hoffentlich erfolgreichen, Familienunternehmens übernommen und das neben seinen "normalen" Belastungen. Wie wichtig ein gesundes und ausgeglichenes familiäres Umfeld auch für die wirtschaftliche Entwicklung einer Gesellschaft ist, erkannten bereits die Direktoren einiger Konzerne vor 100 Jahren, als sie den Jahresurlaub einführte, ein Schritt hin zu mehr miteinander in der Familie. Für mich ist jeder dieser Familienmanager ein VIP, wie eigentlich jeder Mensch, lassen wir daher jeden unsere Achtung und Bewunderung spüren, das hilft den "kleinen VIPs" vermutlich am Meisten.

Dienstag, 29. April 2008

Lebensplanung - Reichtum ist nicht alles

Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte. Er hatte einige riesige Thunfische geladen.

Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte wie lange er dazu gebraucht hatte.

Der Mexikaner antwortete: "Ein paar Stunden nur. Nicht lange."
Daraufhin fragte der Banker, warum er denn nicht länger auf See geblieben ist, um noch mehr zu fangen.
Der Mexikaner sagte, die Fische reichen ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen.
Der Banker wiederum fragte: "Aber was tun sie denn mit dem Rest des Tages?"

Der mexikanische Fischer erklärte: "Ich schlafe morgens aus, gehe ein bißchen fischen, spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe in das Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden. Sie sehen, ich habe ein ausgefülltes Leben."

Der Banker erklärte: "Ich bin ein Harvard Absolvent und könnte Ihnen ein bisschen helfen. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Mit dem Erlös hiervon wiederum könnten sie mehrere Boote kaufen, bis sie eine ganze Flotte haben. Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könnten sie direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren. Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City oder Los Angeles und vielleicht sogar New York umziehen, von wo aus sie dann ihr florierendes Unternehmen leiten."

Der Mexikaner fragte: "Und wie lange wird dies dauern?"
Der Banker antwortete: "So etwa 15 bis 20 Jahre."
Der Mexikaner fragte: "Und was dann?"
Der Banker lachte und sagte: "Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könnten sie mit Ihrem Unternehmen an die Börse gehen, Ihre Unternehmensteile verkaufen und sehr reich werden. Sie könnten Millionen verdienen."
Der Mexikaner sagte: "Millionen, und dann?"

Der Banker sagte: "Dann könnten sie aufhören zu arbeiten. Sie könnten in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bißchen fischen gehen, mit Ihren Kindern spielen, eine Siesta mit Ihrer Frau machen, in das Dorf spazieren gehen, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit Ihren Freunden Gitarre spielen."

(Gefunden bei www.professio.de)

Mittwoch, 16. April 2008

Eine Anleitung für die Liebe

Folgender Text hat mich sehr angesprochen. Ich hoffe, dass auch Nicht-Infomatiker etwas damit anfangen können... :-)

Kundenberater: Können Sie LIEBE installieren?

Kundin: Ich glaube schon. Ich bin zwar technisch nicht so begabt, aber ich bin jetzt bereit, mit der Installation zu beginnen. Was mache ich zuerst?

Berater: Als erstes öffnen Sie HERZ. Haben Sie Ihr HERZ schon gefunden?

Kundin: Ja, hab ich, aber da laufen im Moment noch mehrere Programme. Kann ich trotzdem mit der Installation beginnen?

Berater: Welche Programme laufen denn gerade?

Kundin: Moment, ich schau mal nach... Momentan laufen gerade ALTEVERLETZUNG.exe, WENIGSELBSTACHTUNG.exe, GROLL.exe und VERSTIMMUNG.com.

Berater: Kein Problem. LIEBE wird die ALTEVERLETZUNG.exe automatisch aus Ihrem jetzigen System entfernen. Es kann zwar sein, dass sie im permanenten Speicher bleibt, aber sie wird andere Programme nicht mehr stören. LIEBE wird mit der Zeit auch die WENIGSELBSTACHTUNG.exe überschreiben, und zwar mit ihrem eigenen Modul HOHESELBSTACHTUNG.exe. Allerdings müssen Sie die GROLL.exe und die VERSTIMMUNG.com komplett löschen. Diese Programme verhindern, dass LIEBE.exe richtig installiert wird. Können Sie die jetzt löschen?

Kundin: Ich weiß nicht, wie das geht. Könnten Sie mir behilflich sein?

Berater: Ja, gern. Gehen Sie in Ihr Startmenü und lassen Sie VERGEBUNG.exe laufen. Das machen Sie so oft, bis GROLL.exe und VERSTIMMUNG.com total gelöscht sind.

Kundin: Alles klar, hab' ich gerade gemacht. LIEBE hat nun angefangen, sich automatisch selbst zu installieren. Ist das normal?

Berater: Ja, ist es. Sie müssten eigentlich eine Meldung erhalten, die besagt, dass LIEBE sich um das Leben Ihres HERZens willen selbst installiert. Sehen Sie eine solche Meldung?

Kundin: Ja. Ist die Installation jetzt fertig?

Berater: Ja, aber denken Sie daran, dass Sie bisher nur die Basis-Version des Programms haben. Sie müssen jetzt noch anfangen, sich mit anderen Herzen zu verbinden, damit Sie die Upgrades bekommen können.

Kundin: Huch... Ich habe schon eine Fehlermeldung! Was soll ich machen?

Berater: Was besagt die Meldung?
Kundin: Da steht "FEHLER 412 - PROGRAMM LÄUFT NICHT AUF DEN INNEREN KOMPONENTEN." Was bedeutet das?

Berater: Machen Sie sich keine Sorgen, das ist ein weit verbreitetes Problem. Es bedeutet, dass LIEBE im Setup darauf eingestellt ist, auf externen HERZen zu laufen, aber auf Ihrem eigenen HERZ noch nicht gelaufen ist. Das ist eins dieser komplizierten Programmierungsprobleme, aber in normalen Worten ausgedrückt heißt das einfach: Sie müssen LIEBE auf Ihrem eigenen Gerät benutzen, bevor sie auf anderen Geräten eingesetzt werden kann.

Kundin: Ah, was soll ich also tun?

Berater: Können Sie ein Verzeichnis finden mit dem Titel "SELBSTAKZEPTANZ"?

Kundin: Ja, das habe ich hier.

Berater: Ausgezeichnet, Sie werden ja langsam ein Profi. Kundin: Danke schön. Berater: Bitte klicken Sie nun die folgenden Dokumente an und kopieren Sie sie in das "MEINHERZ"-Verzeichnis: VERGEBUNG.doc, SELBSTACHTUNG.doc, SELBSTWERT.txt und FREUNDLICHKEIT.doc. Das System wird alle Dokumente überschreiben, die in eventuellem Konflikt stehen könnten und dann damit anfangen, alle falschen Programmierungen auszubessern. Was Sie auch unbedingt von Ihrer Festplatte und aus allen Verzeichnissen löschen müssen, ist die SELBSTKRITIK.exe. Und dann müssen Sie unbedingt Ihren Papierkorb leeren, um sicherzugehen, dass diese exe auf jeden Fall weg ist und nicht wieder irgendwo auftaucht.

Kundin: Fertig. HEY! Mein HERZ fängt jetzt an, sich mit echt netten Dokumenten zu füllen. Im Moment läuft LÄCHELN.MPG auf meinem Monitor, und das System zeigt an, dass sich gerade WÄRME.com, FRIEDEN.exe und ZUFRIEDENHEIT.com selber über mein gesamtes HERZ kopieren.

Berater: Ok, in diesem Fall ist LIEBE installiert und läuft auch. Von hier aus müssten Sie nun eigentlich allein zurechtkommen. Eine Sache noch, bevor ich auflege...

Kundin: Ja?

Berater: LIEBE ist freeware. Bitte sorgen Sie dafür, dass Sie LIEBE und ihre verschiedenen Module an jeden weitergeben, dem Sie begegnen. Diese Leute werden das Programm dann wieder anderen weitergeben, und Sie werden mit der Zeit einige sehr schöne Module von den anderen zurückerhalten.

Kundin: Das werde ich tun. Danke für Ihre Hilfe. Berater: Bitte, sehr gern geschehen.

(Verfasser leider unbekannt)

Montag, 14. April 2008

Regentagsstimmung

Einer meiner liebsten Songs in der Regentagsversion...

Montag, 3. März 2008

Die Tragik unserer Existenz

Es hat keinen Sinn nach dem „Warum“ zu fragen!

Wir leben in einem chaotischen und zufälligen Universum. Tugend wird oft nicht belohnt und es gibt keine Entschädigung für Unglück. Manche Dinge ergeben einfach keinen Sinn. Aber wer sagt, dass es immer einen Sinn geben muss? Wir haben einfach nichts wirklich unter Kontrolle. Wir können zwar zeitweise die Illusion aufrechterhalten, unser Leben im Griff zu haben (auch vor uns selbst), aber jeder Zeit kann der Zufall zuschlagen und uns wieder aus der Bahn werfen.

Das ist es.

Mehr gibt es nicht.

Wir haben nur uns und einander, um damit klar zu kommen. Wir können uns nicht verstecken. Es gibt keinen Ort, an den wir gehen könnten – es gibt nur das hier und jetzt. Wir können nur versuchen, den Augenblick so gut es geht zu genießen und glücklich zu sein mit dem, was wir haben. Aber obwohl wir nichts wirklich unter Kontrolle haben und alle wichtigen Entscheidungen aufgrund unzureichender Daten treffen müssen, sind wir voll verantwortlich für unser Tun, denn die Entscheidungen, die wir treffen, bestimmen die Welt, in der wir leben.

Das ist ungerecht.

Aber so ist es.

Das ist unser Schicksal, an das wir alle gebunden sind und wir müssen versuchen - jeder für sich alleine - damit so gut es geht fertig zu werden. Es gibt niemanden, der es für uns tut. Unser einziger Trost ist, dass wir in dieser Hinsicht alle gleich sind. In diesem Sinn gibt es keine großen und kleinen, starken und schwachen Menschen. Wir alle kämpfen den gleichen Kampf, unserem Leben einen Sinn zu geben und glücklich zu sein. Unsere einzige Möglichkeit ist, den Kampf immer weiter zu führen, Verantwortung für uns selbst zu übernehmen und Lösungen für unsere Probleme zu finden, auch wenn wir genau wissen, dass jede Lösung wieder neue Probleme in sich birgt.

Damit aufzuhören bedeutet Stillstand und Stillstand bedeutet Tod!

Wir sterben jeden Tag ein Bisschen und wir sind verpflichtet jeden einzelnen Tag so gut es geht zu nutzen und unser Bestes zu geben, um auf unserem Weg voran zu kommen. So schwer und aussichtslos diese Sisyphusarbeit auch scheint – es gibt keine Alternative dazu.

Und genau in dieser Ausweglosigkeit liegt unsere ganze Kraft und unsere Hoffnung.